Thea­ter­auf­füh­rung “Ein Sommernachtstraum”

Lie­be auf den ers­ten Blick – aber garan­tiert die fal­sche Person?

Shake­speares Komö­die „Ein Som­mer­nachts­traum“ auf dem Raichberg

Die gro­ße Thea­ter-AG (Klas­se 8–12) des Raich­berg-Gym­na­si­um Ebers­bach prä­sen­tier­te am 25. & 26.03.2026 unter der Lei­tung von Dani­elle Cross und Lisa Sum eine gelun­ge­ne, auf gut eine Stun­de gekürz­te und moder­ni­sier­te Fas­sung von Wil­liam Shake­speares „Ein Som­mer­nachts­traum“.
Dabei gelang es der Insze­nie­rung, die kom­ple­xen Hand­lungs­strän­ge des Ori­gi­nals klar und zugleich unter­halt­sam auf die Büh­ne zu bringen.

Einen beson­ders ori­gi­nel­len Zugang wähl­te die Auf­füh­rung gleich zu Beginn: Das Stück star­te­te mit­ten in einer hit­zi­gen Streit­sze­ne, bis Puck – her­aus­ra­gend gespielt von Anni­ka Maisch – das Gesche­hen „ein­frie­ren“ ließ und zurück­spul­te. In die­ser char­man­ten Ein­füh­rung stell­te er sich selbst sowie das kom­pli­zier­te Bezie­hungs­ge­flecht vor und erleich­ter­te dem Publi­kum so den Ein­stieg in den Klas­si­ker. Die­ser Kniff zahl­te sich spä­tes­tens dann aus, als die Sze­ne im spä­te­ren Ver­lauf erneut gezeigt wur­de und man das Wirr­warr der Lie­bes­zau­ber somit deut­lich bes­ser nach­voll­zie­hen konn­te. Beson­ders ein­falls­reich war hier­bei auch das visu­el­le Ele­ment: Wer unter dem Ein­fluss von Pucks blau­er Blu­me stand, wur­de durch blaue Herz­chen-Son­nen­bril­len gekenn­zeich­net – eine humor­vol­le und zugleich kla­re Inszenierungsidee.

Schau­spie­le­risch über­zeug­te das Ensem­ble auf gan­zer Linie. Her­vor­zu­he­ben ist dabei unter ande­rem die anspruchs­vol­le Auf­ga­be, als jun­ge Frau einen ver­lieb­ten Mann dar­zu­stel­len: Char­lot­te Dor­vil als Deme­tri­us und Embi Deda als Lys­an­der meis­ter­ten die­se Her­aus­for­de­rung bei ihrem Debüt in der Thea­ter-AG mit Bravour. 

Ein wei­te­res High­light waren die soge­nann­ten „Hand­wer­ker-Sze­nen“. In die­sen probt eine Grup­pe von Hand­wer­kern ein Thea­ter­stück für die Hoch­zeit des Königs The­seus – und muss dabei bewusst schlecht spie­len. Die­se dop­pel­te Ebe­ne stell­te eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung dar, die von einem Trio jun­ger Leh­re­rin­nen sowie Pen­ny Banks­ton, die in der Rol­le des Webers Zet­tel bril­lier­te, gemeis­tert wur­de.
Die leb­haf­ten und begeis­ter­ten Reak­tio­nen des Publi­kums zeig­ten deut­lich, wie gut die­ser humor­vol­le Teil funk­tio­nier­te – ganz im Sin­ne Shake­speares, der sich gefreut hät­te, dass sein Witz auch heu­te noch mühe­los zündet.

Auch das Büh­nen­bild im Elfen­wald (Kon­zept: Axel Dach) trug maß­geb­lich zur gelun­ge­nen Atmo­sphä­re bei: Trans­pa­ren­te, indi­rekt grün beleuch­te­te Vor­hän­ge schu­fen zusam­men mit der stim­mungs­vol­len Musik, die an die Elben­welt aus Tol­ki­ens „Der Herr der Rin­ge“ erin­ner­te, eine mär­chen­haf­te Kulis­se. Die detail­rei­chen Kos­tü­me – eine Leih­ga­be unse­res Bil­dungs­part­ners, der Würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­büh­ne Ess­lin­gen – run­de­ten das Gesamt­bild ein­drucks­voll ab.

Alles in allem waren bei­de Auf­füh­run­gen kurz­wei­li­ge und äußerst unter­halt­sa­me Thea­ter­aben­de, die nicht nur durch die beein­dru­cken­de schau­spie­le­ri­sche Leis­tung aller Betei­lig­ten über­zeug­ten. Auch das Mit­ein­an­der abseits der Büh­ne mach­te die Aben­de beson­ders: In der Pau­se bot sich bei Geträn­ken und Fin­ger­food die Gele­gen­heit zum Aus­tausch zwi­schen Schü­le­rin­nen und Schü­lern, Eltern und Ehe­ma­li­gen.
Eltern und Kol­le­gin­nen küm­mer­ten sich um die Bewir­tung und am Ende hal­fen beim Auf­räu­men alle Anwe­sen­den zusam­men.
So wur­de das Leit­bild der Schu­le „Wi
R GEmein­sam“ ein wei­te­res Mal leben­dig umge­setzt – auf und neben der Bühne.

Mit gro­ßer Vor­freu­de bli­cken wir nun auf die kom­men­den Auf­füh­run­gen der Unter­stu­fen-Thea­ter-AG, die am 7. und 8. Juli 2026 das Stück „Als Herr Leh­mann die böse Köni­gin traf“ prä­sen­tie­ren wird.

Text: Mela­nie Voss